Kanada übt nach wie vor eine große Anziehungskraft auf Einwanderer aus Europa aus. Ein entsprechender Umzug will gut vorbereitet sein. Die bisherige Wohnung ist zu kündigen, und Wohneigentum muss verkauft oder vermietet werden. Der Wagen muss ebenfalls veräußert, auf jeden Fall aber abgemeldet werden. Vor der Abreise muss man sich vergewissern, dass Reisepässe und Personalausweise noch lange genug gültig sind. Vom Arzt sollte man sich vor dem Umzug noch einmal durchchecken und - falls individuell erforderlich - impfen lassen. (Grundsätzlich werden für die Einreise nach Kanada keine besonderen Impfungen verlangt.) Auch der Umzug selber und der Transport von Möbeln & Co. sind im Vorhinein genauestens zu planen.
Für die Einfuhr von Haustieren gelten in Kanada strenge Vorschriften. Deutschland hat dort nicht den Status eines „rabies-free country“. Deshalb müssen Hunde und Katzen, die älter sind als drei Monate, vor der Reise gegen Tollwut geimpft werden. Diese Impfung ist mit einer Bescheinigung in den zwei Landessprachen Englisch und Französisch nachzuweisen. Zusätzliche Bescheinigungen wie z.B. ein Gesundheitszeugnis werden für Tiere verlangt, die nicht vom Besitzer selbst eingeführt werden. Bei der Canadian Food Inspection Agency (CFIA) kann man sich über die Vorschriften für unterschiedliche Haustiere informieren.
Grundsätzlich ist es möglich, bei einem Umzug Möbelstücke und Haushaltsgegenstände nach Kanada einführen. Voraussetzung ist, dass sich die Objekte bis zur Abreise im unmittelbaren Besitz des Neuankömmlings befunden haben und von ihm benutzt worden sind. Von einer Einfuhr ausgeschlossen sind auf jeden Fall alle Arten von Lebensmitteln (ob frisch oder verpackt), ganze Pflanzen oder Einzelteile wie z.B. Blätter oder Blüten. Bei elektrischen Geräten sollte man sich vor der Abreise vergewissern, ob sie auch der kanadischen Stromspannung entsprechen - ansonsten sollte man die entsprechenden Musikanlagen, Kaffeemaschinen, Toaster usw. besser zurücklassen.
Für den Transport des Hausrats kann man zwischen dem schnellen Luftweg und dem preiswerten Seeweg wählen. Die Spedition verpackt die Möbel und den sonstigen Hausrat in Seecontainern aus Stahl oder in hölzernen Umzugskisten. In Kanada werden die Kisten dann von einem örtlichen Transportunternehmen entgegengenommen und an den Zielort weitergeleitet. Besonders komfortabel ist der Umzug, wenn der deutsche Spediteur mit einem Partnerunternehmen in Kanada zusammenarbeitet und den kompletten Transport einschließlich der Zollformalitäten abwickelt. Möbel, die weder mitgenommen noch verkauft werden sollen, können in Deutschland eingelagert werden. Manche Spediteure bieten diesen Service im Rahmen eines Komplettpaketes an.
Ein Nachsendeauftrag bei der Post sorgt dafür, dass die Post nach Kanada weitergeleitet wird. Preiswerter ist ein Lagerantrag, bei dem die Post bis zur Abholung im deutschen Postamt gesammelt wird. Unabhängig von der Post sollte man wichtige Behörden wie das Einwohnermeldeamt und das Finanzamt über den Umzug informieren. Wird der Hauptwohnsitz in Deutschland aufgegeben, ist es erforderlich, sich (frühestens sieben Tage vor dem Umzug) beim zuständigen Einwohnermeldeamt abzumelden. Dabei muss man seinen Personalausweis oder den Reisepass vorlegen.
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